Unsere Geschichte

Die Anfänge

Die erste Fussballabteilung

Nachkriegszeit

Die Spaltung Deutschlands

Bildung einer Einheit

Zunächst einmal streiten sich die Geister um das Gründungsjahr des BSV Eintracht Mahlsdorf.

Laut einer mündlichen Überlieferung beschließen Mahlsdorfer Jungen auf einer Wanderung am Himmelfahrtstag 1896, einen Turnverein zu bilden und ihm dem Namen „Eintracht“ zu geben.

Der Beginn als Turnverein

Das Reichsadressbuch der Behörden, Verbände und Vereine für Leibesübungen, Übungsstätten, Jugendheimen und Jugendherbergen von 1929/30 weist allerdings aus, das der Verein jedoch erst 1897 namentlich eingeschrieben wurde. Trotz allem gehört Fußball bei Eintracht mit zu den ältesten Sportarten.

Der Vereinschronik folgend, wurde eine Abteilung Fußball bereits im Jahre 1912 gegründet. Organisierter Fußballsport wurde dann ab 1916 betrieben. Wie dem auch sei, älter waren offiziell nur die Abteilungen Wandern und Turnen, die Keimzellen des nun über 100jährigen Vereins. Gewiss hatten auch sie zu Beginn noch nicht zwei getrennte Abteilungen gebildet, und die Frage, ob es die Turner waren, die wanderten, oder die Wanderer, die unterwegs turnten, als sie auf die Idee kamen, in Mahlsdorf einen Turnverein zu gründen, wird wohl heute kaum noch zu klären sein.

Der Ball war stets dabei

Dass sie aber von Anbeginn an auf ihren Wanderungen und bei ihren Treffen auch Ballspiele veranstaltet haben, kann wohl als unstrittig angesehen werden. Mögen die benutzten Bälle oder ballähnliche Sportgeräte wie auch die räumlichen Gegebenheiten noch nicht den seit 1906 international gültigen englischen Fußballregeln entsprochen haben – auf diese Weise wurden aber dennoch Fußball sowie andere Ballspiele im Verein von den Anfängen an betrieben.

Als sich dann 1912 aus den Turnern heraus eine eigenständige Fußballabteilung bildete, hatte sie außer dem guten Willen der Mitglieder wohl auch nur wenig mehr an technischen Möglichkeiten zu bieten.

Ein leeres Grundstück als Sportplatz

Das als Sportplatz benutzte unbebaute Grundstück an der heutigen Hönower Straße/Ecke Treskowstraße entsprach in keiner Weise den Anforderungen eines Übungs-, geschweige denn eines Wettkampfplatzes, und an einen regulären Wettkampfbetrieb war gewiss auch noch nicht zu denken.
Aber es wurde Fußball gespielt. Allerdings auch nicht sehr lange, denn der 1. Weltkrieg rief die meisten der jungen Sportler sehr bald vom Fußball- aufs Schlachtfeld und brachte jeden zivilen Sportbetrieb zum Erliegen.

Der 1. Weltkrieg

Doch unmittelbar nach dem Ende des Krieges bildete sich eine neue Fußballgruppe in Mahlsdorf, die 1919 bereits, wie in der Chronik nachzulesen, über eine beachtenswerte Mannschaft verfügte.

Der Wettkampfbetrieb wurde aber noch über Jahre hinaus durch das Fehlen eines richtigen Sportplatzes behindert. Auch der in der Weimarer Zeit nun auch den Arbeitersportlern zur Verfügung stehende Schulsportplatz zwischen Fritz-Reuter- und Pestalozzistraße war viel zu klein. Als dann zu Beginn der 20er Jahre der Verein in Mahlsdorf-Nord die Fläche für einen großen Sportplatz erhielt, musste auch daraus erst ein bespielbarer Platz gestaltet werden.

Adler Mahlsdorf in schwarz-gelb

Nachdem im Jahre 1923 der Fußballclub Adler Mahlsdorf gegründet worden war, schlossen sich die Eintracht-Fußballer in der Mehrheit diesem Verein an und spielten die nächsten Jahre unter den Farben schwarz-gelb.

Die Errichtung der Nazidiktatur in Deutschland im Jahre 1933 bedeutete das Ende des Arbeitersports im ganzen Land. 1938 wurde auch der FC Adler aufgelöst und viele Mahlsdorfer Fußballer hörten mit dem aktiven Sport auf bzw. suchten ihre weitere sportliche Betätigung in anderen Vereinen.
Natürlich „knödelten“ auf unserem Sportplatz auch in den Jahren zwischen 1933 und 1943 Schüler- und Hitlerjugend – Mannschaften herum, und die Mahlsdorfer Eintracht-Sportler ließen auf ihren Wanderungen den Ball gewiss nicht zu Hause, bis der 2. Weltkrieg jedes sportliche Leben erdrosselte.

Es sollte aber auch nach dem Ende des verheerenden 2. Weltkrieges nicht lange dauern, bis der Fußball bei Eintracht Mahlsdorf wieder rollte.

Fokus auf Kinder- und Jugendsport

Neben dem Aufbau einer Männermannschaft wurde von Anbeginn der Entwicklung des Kinder- und Jugendsports besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Ich war damals gerade acht Jahre alt, als ich 1946 in einer Schülermannschaft von Eintracht Mahlsdorf mit dem Fußballspielen begann.

Was waren das jedoch für Zeiten, als unsere Schülermannschaft mit einem selbst aufgenähten roten Brustring auf weißem Turnhemd zum Punktspiel aufliefen, Herr Ehrenberg Lederstreifen unter hohe Straßenschuhe nagelte, Herr Busch mit Gefolge hinter den mit Drahtgeflecht statt Netzen bespannten Toren auf unserem Sportplatz tiefe Löcher buddelte, um das Wasser aus den Strafräumen ablaufen zu lassen?

Die ersten richtigen Fußballschuhe

Welche Freude, als es 1949 zu Weihnachten auf Bezugsschein die ersten Fußballschuhe gab und später Bauer Pflaume mit seinen zwei Pferden, Pflug und Egge den ersten vernünftigen Rasenplatz anlegte.

Wir wurden mit drei Satz Jersey´s belohnt, als wir 1951 in Vorbereitung der „Weltfestspiele der Jugend und Studenten“ in Berlin halfen, das Stadion Mitte, das spätere Stadion der Weltjugend, aufzubauen.

Die 1. Männermannschaft spielte 1949 im Berliner Pokal gegen so renommierte Mannschaften wie Hertha Zehlendorf (1:0) und Spandauer SV (4:4 nach Losentscheid). Erst im Viertelfinale unterlag man dann dem BSV 92.

Jeder Spieler gewann ein Brot

Als Prämie für das erreichen des Viertelfinales spendete der Bäckermeister Sperling für jeden Spieler ein Brot. Im Februar 1950 spielten wir dann noch gegen den Wilmersdorfer SC und gewannen 3:0.
Bald nach der Spaltung Deutschlands brach jedoch der Gesamtberliner Sportverkehr, der in den ersten Jahren nach 1945 auch für unsere Schülermannschaften die Normalität war, zusammen. Der Punktspielbetrieb fand fortan in getrennten Staffeln statt. Es gab zwar auch weiterhin noch Vergleichskämpfe mit Westberliner, gelegentlich auch mit westdeutschen Mannschaften.

Die Gründung des Deutschen Turn- und Sportbundes

Diese bedurften jedoch, besonders ab 1957 nach der Gründung des Deutschen Turn- und Sportbundes als „einheitlicher sozialistischer Sportorganisation“ der DDR, der besonderen Genehmigung durch diesen DTSB. Sie wurde in der Regel nur solch einer Mannschaft erteilt, die durch einen zu erwartenden Sieg über die jeweilige Westmannschaft die „Überlegenheit des sozialistischen Sports“ nachzuweisen vermochte.
Unser letztes Spiel gegen eine BRD-Mannschaft fand Ostern 1957 statt. Diesen Vergleich verloren wir auf eigenem Platz gegen Concordia Kiel mit 1:3. Ein geplantes Rückspiel hat dann nicht mehr stattgefunden.
Andere Vergleiche sollte es auch nicht mehr geben.

Dennoch entwickelte sich nach den schweren Anfängen eine prächtige Fußballabteilung. Der staatlich verordneten Struktur des Sportlebens in der DDR folgend, spielten unsere Mannschaften ab 1955 unter dem Namen „Medizin Lichtenberg“ bzw. ab 1982 „Medizin Marzahn“ und ab 1987 „Medizin Berlin 1896“. Als dann im Jahre 1990 mit der DDR auch ihr Sportsystem zusammenbrach, waren es die Fußballer, die die Rückkehr des Vereins zu seinem traditionsreichen Namen „Eintracht Mahlsdorf“ initiierten.

Einheitsgedanken im Sportleben

Unter diesem verpflichtenden Namen nehmen unsere Mannschaften seit der politischen Wende und der damit verbundenen nationalen Einheit wieder am Gesamtberliner Sportleben teil. Und seit dem 3.Juni 1999 ist die ehemalige Fußball-Abteilung ein eigenständiger , rechtsfähiger Verein mit Namen „BSV Eintracht Mahlsdorf e.V.“.

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