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C2-Jugend: Zu spät aufgewacht!

Sonntag, 09.03.2019, 10.00 Uhr: Köpenicker SC C2 – BSV Eintracht Mahlsdorf C2 ….. 1:1 (0:0)

Eine insgesamt wenig berauschende Leistung spulte die C2 der Eintracht am Sonntagmorgen beim KSC ab. Nach zehn Minuten Dahingeplänkel mit zwei, drei ungefährlichen Fernschüssen der Gastgeber schienen die Jungs das Spiel in den Griff zu bekommen, übernahmen im Mittelfeld zwar nicht die Kontrolle, aber gewannen immerhin die Überhand, schafften es aber nicht, sich ernsthafte Torchancen herauszuspielen. Mit zunehmender Spieldauer und zunehmender Zahl an Abseitspfiffen des Schiedsrichters (die bis auf eine Ausnahme aber alle korrekt waren), wuchs der Unmut im Team, was sich dadurch bemerkbar machte, dass sich mehr auf das Drumherum als auf das Fußballspielen konzentriert wurde. Das führte zu überhasteten und ungenauen Abspielen, die es dem KSC ermöglichten, einige gefährliche Konter zu fahren und Nadelstiche zu setzen.

Verliefen die ersten zwanzig Minuten noch nahezu ereignislos ohne jede Torchance, war es dann zunächst die Eintracht, die sich kleinere Möglichkeiten herausarbeitete. In der 20. Minute hätte Lucas rechts durchstarten können und müssen, als Danilo sich zentral durchgesetzt hatte und quer in den Raum legen konnte, aber Lucas erkannte die Situation zu spät und lief erst los, nachdem der Pass gespielt war. So erreichte der das Leder erst weit außen und blieb aus zu spitzem Winkel an den gegnerischen Abwehrbeinen hängen. Besser sah es vier Minuten später aus, als Kilian, der mit Lucas zwischenzeitlich die Seiten getauscht hatte, in ähnlicher Situation in den Raum geschickt wurde. Der Pass war aber leider etwas zu weit nach hinten gespielt und erwischte ihn daher auf dem falschen Fuß. Kilian nahm das Spielgerät zwar mit in den Lauf, aber musste einen Bogen laufen, was der schnelle Innenverteidiger der Köpenicker nutzte, um den Weg zum Tor zuzumachen. In der 29. Minute nahm dann Lucas erstmals im gesamten Spiel wirklich aktiv am Spiel teil, setzte sich am linken Flügel klasse durch und wollte in die Mitte zurücklegen. Leider stand dort ein KSC-Akteur, der den Ball klären konnte. Wieder eine Minute später zögerte Danilo mit seinem Pass hinter die Abwehrreihe eine Sekunde zu lange, so dass Kilian sich beim Abspiel schon einen Schritt im Abseits befand. Eine richtige Entscheidung, die Danilo aber nicht so hinnehmen wollte. Für seine Beschwerde beim Schiedsrichter sah er gelb, und das sollte sich als ein Knackpunkt im Eintracht-Spiel herausstellen.

Denn in den letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit war der BSV damit beschäftigt, sich über Gott und die Welt und die vermeintliche Ungerechtigkeit zu ärgern und mit dem Gedanken nicht mehr beim Fußballspiel. Julius im Kasten war es zu verdanken, dass dies nicht in einem Pausenrückstand resultierte. Unser zweiter Keeper vertrat Flo an diesem Sonntag ganz hervorragend: Erst hielt er einen unbedrängten Schuss aus 15 Metern, wobei der Schiedsrichter in dieser Szene auf Abseits der Gastgeber entschied (31.). In der 32. Minute spielte Tom einen Ball aus halblinker Innenverteidigerposition genau dem Gegner in die Füße. Der KSC reagierte schnell und gut, Pass nach außen, gute Hereingabe, direkt abgezogen. Julius riss reaktionsschnell die Arme hoch und lenkte den Ball um den Pfosten zur Ecke. In der 35.Minute musste er dann noch einmal sein ganzes Können aufbieten, als er einen Schuss aus spitzem Winkel noch berühren und minimal ablenken konnte, und so verhinderte, dass das Leder ins lange Eck einschlug.

Sportgruß nach der Partie

Die Bitte der Trainer in der Halbzeit, gezieltere Pässe zu spielen, etwas mehr kämpferischen Einsatz an den Tag zu legen und vor allem erst einmal wieder runter zu kommen und Geduld zu haben, wurde offenbar missverstanden. Statt runterzukommen legte die Eintracht in den ersten Minuten des zweiten Spielabschnitt geradezu eine Lethargie an den Tag. Köpenick stellte vorne zu, und Mahlsdorf verlor einen Ball nach dem anderen. Nicht einmal die Abstöße schaffte das Team mehr, an den Mann zu bringen, eine gewisse Hilflosigkeit machte sich breit. In der 43.Minute war es dann soweit. Wir hatten den Ball auf der rechten Abwehrseite bereits erobert, aber statt zu klären oder das Spiel ruhig zu machen, legte sich Peter den Ball viel zu weit vor und spielte ihn so den Gastgebern in die Beine. Folge war, dass Köpenicks Linksaußen ungehindert in die Mitte ziehen konnte, wo unsere Abwehrspieler sich in Unterzahl wiederfanden und die Ablage in den Rückraum und den nachfolgenden Einschlag in unser Netz nicht verhindern konnten. Drei Minute später wurde Julien, nachdem er per Solo drei Mann ausgespielt hatte, vom vierten Gegner eindeutig regelwidrig durch Beinstellen zu Fall gebracht. Der Schiedsrichter vertrat aber die Meinung, “Julien habe eingefädelt und der Gegenspieler keine Bewegung zum Ball gemacht, das sehe man in der Bundesliga auch immer wieder”. In der Bundesliga wird das aber, vollkommen zurecht, regelmäßig gepfiffen. Durch die nachfolgende Aufregung wurden gleich wieder fünf Minuten wertvolle Zeit dadurch verplempert, dass wir uns über diese Ungerechtigkeit aufregten, statt vernünftige Angriffe aufzubauen. Verständlich, aber dennoch ärgerlich!

Um noch einmal Akzepte zu setzen, folgte ein Doppelwechsel mit Systemumstellung. Lucas, der einen rabenschwarzen Tag in punkto Einsatz und Laufbereitschaft hinlegte, aber auch erst nach dem Spiel mitteilte, dass er unter Schmerzen gespielt hat, wurde auf dem Feld gelassen, wenn das auch ungerecht wirkte. Die Trainer hatten dennoch den Eindruck, dass die Auswechselung des Torschützen vom Dienst einfach noch ein weiteres Motivationsloch bei den anderen Spielern geschaffen hätte – und das späte Ausgleichstor sollte etwa 18 Minuten später auch beweisen, dass die Entscheidung jedenfalls nachvollziehbar war. So mussten Kilian und Friedrich Platz machen für Tarik und Jimmy, obwohl sie nicht besser oder schlechter gespielt hatten als die anderen Spieler auf dem Feld, Kilian sogar eher überdurchschnittlich. Statt 4-5-1 spielte die Eintracht nun mit zwei echten Stürmern, der KSC zog sich mehr und mehr zurück, und so entwickelte sich ein immer klareres Übergewicht der Gäste. Nur das Tor wollte nicht fallen – und zunächst blieben auch Torchancen weiter Mangelware. Danilos Schuss flog knapp über die Latte (57.), Julien kam ein weiteres Mal im Strafraum elfmeterverdächtig zu Fall (60.), aber diesmal war es zumindest vertretbar, auf den Elfmeterpfiff zu verzichten (allerdings wäre wohl auch eine Entscheidung zu unseren Gunsten in diesem Laufduell vertretbar gewesen, denn eine Berührung gegen Juliens Fuß gab es auf jeden Fall).

Die Zeit wurde knapp: In der 67.Minute kam Jimmy zum Abschluss, aber der Keeper des KSC war zur Stelle. Kurz danach hatte Tarik gleich zweimal aus vier Metern die Chance, einzunetzen. Nach einer Hereingabe von links war der Ball zu Jimmy durchgerutscht, dessen Schussversuch in die Mitte abgewehrt wurde. Dort stand Tarik. Er versuchte es flach, aber der Keeper brachte einen Körperteil dazwischen, den Nachschuss versuchte Tarik wieder, flach ins Netz zu jagen, aber jetzt blockte ein Abwehrspieler auf der Torlinie. Die Zeit rann immer schneller davon, aber Mahlsdorf fightete jetzt und spielte mit dem Mute der Verzweiflung endlich effektiver. Der Ausgleich war nicht nur ein wunderschönes Tor, sondern aufgrund des Einsatzes und des Spielverlaufs in den letzten zwanzig Minuten auch hochverdient. Nach einem Einwurf links schnappte sich Lucas den Ball, zog nach innen, überlief zwei Gegenspieler auf dem Weg und zog mit rechts ab. Der Ball flog unhaltbar für den Köpenicker Torhüter in den Winkel des langen Ecks.

Schade, dass Lucas eine solche Aktion nicht etwas eher auf’s Parkett legen konnte, dass die Eintracht zwischen der 30. und 50. Minute praktisch überhaupt nicht auf dem Platz war, und so am Ende eigentlich nicht einen Punktgewinn begrüßen, sondern zwei verlorene Punkte betrauern muss. Aber dieser Punkt kann sich als goldwert herausstellen, denn zum einen beträgt der Abstand auf den vierten Tabellenplatz jetzt sieben statt sechs Punkte und zum anderen kann die Mannschaft Fortuna Biesdorf auf Platz zwei weiterhin aus eigener Kraft abfangen. Darüber allerdings müssen wir uns nach diesem 1:1 erst einmal keine Gedanken machen, sondern eine starke Trainingswoche hinlegen, hoffen, dass Jannes, Tom und Lucas sich von ihren Blessuren schnell erholen, und die Konzentration auf das anstehende Spiel gegen Bero Mitte richten. Dort werden wir auf den vermutlich neben Flo stärksten Keeper der Liga treffen, so dass erneut ein wenig (mehr) Geduld gefragt sein könnte…

Aufstellung: Julius – Imad (62.Otti), Tom, Leo, Peter – Juli, Friedrich (53.Danilo) – Kilian (53.Jimmy), Danilo (53.Tarik), Lucas (36.Julien) – Jannes (23.Julien/36.Lucas); nicht eingesetzt: Damien: Tore: 0:1 (43.), 1:1 (70.) Lucas

 

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